Windows Server lizenzieren
Zwei Entscheidungen, ein Preisunterschied im vierstelligen Bereich: wie viele Kernlizenzen der Wirt braucht, und ob Standard oder Datacenter günstiger kommt. Beides hängt nicht an der Firmengrösse, sondern allein an der Hardware und der Zahl der virtuellen Maschinen.
Was die Rechnung bestimmt
Zwei Mindestmengen, nicht eine
Acht Kernlizenzen je Prozessor und sechzehn je Server. Beide gelten gleichzeitig, es zählt die höhere. Ein Einprozessor-Server mit acht Kernen erfüllt die erste Mindestmenge, nicht aber die zweite — bezahlt werden sechzehn. Unterhalb von sechzehn Kernen kostet zusätzliche Hardware also nichts extra an Lizenzen.
Standard wird gestapelt, Datacenter nicht
Die Standard Edition deckt zwei virtuelle Maschinen je vollständiger Lizenzierung ab. Für sechs Maschinen wird derselbe Server dreimal vollständig lizenziert — die Kernlizenzen vervielfachen sich mit. Bei Datacenter bleibt es bei einer Lizenzierung, egal wie viele Maschinen darauf laufen. Deshalb ist die Frage nie „welche Edition ist besser", sondern „ab welcher Maschinenzahl kippt es".
Zugriffslizenzen sind eine eigene Rechnung
Sie hängen nicht an der Hardware, sondern an den Menschen. Wer den Server korrekt lizenziert, aber die Zugriffslizenzen vergisst, ist trotzdem unterlizenziert. Und wer alle Kerne lizenziert, aber nur einen Teil nutzt, zahlt umsonst: Teillizenzierung eines Servers gibt es nicht.
Häufige Fragen
Wie viele Kernlizenzen braucht ein Windows Server?
Lizenziert werden alle physischen Kerne des Servers — mindestens acht je Prozessor und mindestens sechzehn je Server. Ein Server mit einem Prozessor zu acht Kernen kostet also trotzdem sechzehn Kernlizenzen. Verkauft wird in Zweier- und Sechzehnerpaketen.
Ab wie vielen virtuellen Maschinen lohnt sich Datacenter?
Die Standard Edition deckt je vollständiger Lizenzierung zwei virtuelle Maschinen ab; für mehr wird der Server mehrfach lizenziert. Datacenter deckt beliebig viele Maschinen mit einer einzigen Lizenzierung ab. Der Wechselpunkt ergibt sich aus dem Preisverhältnis der beiden Editionen und liegt erfahrungsgemäss bei etwa zwölf bis vierzehn Maschinen je Wirt.
Brauche ich zusätzlich Zugriffslizenzen?
Ja. Kernlizenzen decken den Server ab, nicht die Zugriffe darauf. Für jede Person oder jedes Gerät, das den Server nutzt, wird eine Zugriffslizenz gebraucht — unabhängig von der Edition. Das wird beim Kauf regelmässig vergessen.
Benutzer- oder Gerätelizenzen?
Benutzerlizenzen lohnen sich, wenn eine Person mehrere Geräte nutzt. Gerätelizenzen lohnen sich im Schichtbetrieb, wenn sich mehrere Personen denselben Rechner teilen. Beide Zählweisen lassen sich im selben Unternehmen kombinieren.
Was gilt für anonyme Zugriffe von aussen?
Für Zugriffe unbekannter Externer, etwa über eine öffentliche Website, gibt es statt einzelner Zugriffslizenzen den External Connector je Server. Das ist meist deutlich günstiger, als Lizenzen für Nutzer zu zählen, die man gar nicht kennt.
Und dann?
Läuft auf demselben Wirt eine Datenbank, wird sie getrennt lizenziert: SQL Server lizenzieren. Über den Preis je Lizenz entscheidet anschliessend der Beschaffungsweg — welcher Rahmenvertrag passt?